Schlaftipp Nr. 9: Was tun gegen Schnarchen?
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Von unserem Schlafexperten Klaus Hohmann

Schnarchen ist so ziemlich das unangenehmste, was es in der Nacht geben kann. Wer einmal durch die sich dauernd wiederholende Geräuschkulisse des Partners wach wird, schläft meist nicht gleich wieder ein. Vor allem, wenn die Lautstärke an die 100 Dezibel erreicht.

Was verursacht das Schnarchen?

Die Geräusche entstehen in den oberen Atemwegen des Schlafenden, und zwar immer dann, wenn während des Atmungsvorgangs die vorbei strömende Luft auf einen Widerstand trifft. Doch das Schnarchen muss kein Dauerzustand sein, da es genügend Möglichkeiten gibt, die Situation zu verbessern.

Gleichwohl sollte abgeklärt werden, ob es sich nicht um eine Schlafapnoe handelt, die im Vergleich zum normalen gewohnheitsmäßigen Schnarchen unbedingt eine medizinische Versorgung benötigt, da es hier zu dramatischen Atemaussetzern kommt.

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Das gewohnheitsmäßige oder auch primäre Schnarchen ist hingegen meist nur unangenehm, aber nicht besorgniserregend. Denn anders als bei der Schlafapnoe, werden die Herz- und Kreislauffunktionen sowie der Sauerstoffgehalt im Blut nicht beeinträchtigt. Doch was sind die Voraussetzungen, unter denen es zu dem Problem kommt, von dem laut Studien mindestens 30% der deutschen Bevölkerung betroffen sind?

Was sind die Gründe fürs schnarchen?

Das Schnarchen geht nicht auf eine einzelne Ursache zurück, vielmehr gibt es einige Faktoren die mitunter im gegenseitigen Zusammenspiel dazu führen. Häufig führen die flatternden Bewegungen des Gaumens und des Zäpfchens zum Schnarchgeräusch. Dieses Flattern wird vor allem im entspannten Zustand hervorgerufen.

Muskelentspannung

Da sich der Körper und damit auch die Muskulatur im Schlaf entspannen, beginnt das erschlaffte Gaumensegel durch die Zirkulation der Luft im Nasen-Rechenraum zu flattern. Dabei ist die Intensität des Schnarchens gerade in der REM-Phase am stärksten, da hier die Muskelentspannung am größten ist.

Medikamente und Alkohol

Sollten dann noch Alkohol getrunken oder Schlaf-, und Beruhigungsmittel eingenommen werden, kann das die muskelerschlaffende Wirkung verstärken und damit auch das Schnarchen. Zusätzlich kann auch eine Erschlaffung des Gewebes im Nasen-Rachenraum das Schnarchen begünstigen. In diesem Zusammenhang muss auch Übergewicht als Risikofaktor genannt werden, denn durch Fetteinlagerungen im Gewebe der oberen Luftwege können die Atemwege eingeengt werden.

Lage des Körpers

Auch die Körperlage während des Schlafens kann Ursache für das Schnarchen sein. So führt die Rückenlage zum Absinken des Zungengrunds und begünstigt damit den nächtlichen Krachmacher. Ein Ausweichen auf die Seiten- oder Bauchlage schafft hier mitunter Abhilfe.

Anatomische Gründe

Anders sieht es aus, wenn anatomische Besonderheiten der Nase die Nasenatmung behindern und damit zum Schnarchen führen. Nasenpolypen, eine chronische Nasennebenhöhlenentzündung oder auch die Verkrümmung der Nasenscheidewand verschwinden nicht durch eine einfache Veränderung der Schlafposition. Das gleiche gilt für Auffälligkeiten im Rachebereich, wie vergrößerte Mandeln oder aber ein schlaffes Gaumensegel. Hier sollte gegebenenfalls eine medizinische Behandlung in Anspruch genommen werden.

Schnarchen oder Schlafapnoe?

Im Gegensatz zur Schlafapnoe äußert sich das gewohnheitsmäßige Schnarchen in eher harmlosen Symptomen. Neben den rasselnden Geräuschen während des Schlafs, sind dies vor allem morgendliche Mundtrockenheit und Hustenreiz.

Bei wem sich allerdings noch Tagesmüdigkeit, Konzentrationsschwächen oder Kopfschmerzen am Morgen zeigen, der sollte mit seinem Arzt abklären, ob er nicht an einer Schlafapnoe leidet. Aber auch gewohnheitsmäßige Schnarcher sollten eine Behandlung oder Therapie ins Auge fassen, wenn ihr Schnarchen zu einer Belastung für den Partner führt.

Wer schnarcht eigentlich mehr?

Hartnäckig hält sich die Meinung, dass Männer mehr schnarchen, als Frauen. Eine Studie des „Royal National Throat, Nose and Ears Hospital“ in London aus dem Jahr 2018 widerlegt das Vorurteil. Die britischen Forscher haben ermittelt, dass junge Frauen zwischen 25 und 34 Jahren viel mehr schnarchen als Männer im gleichen Alter.

In der untersuchten Gruppe schnarchten 34 Prozent der jungen Frauen dreimal pro Woche schwer. Bei den gleichaltrigen Männern waren es nur 31 Prozent. Für die Forscher könnte die steigenden Zahlen Fettleibiger und die ungesunde Lebensweise seit 1990 ein Grund für das überraschende Ergebnis der Studie sein.

In höheren Jahren schnarchen Männer wieder mehr als Frauen. Im Alter zwischen 55 bis 65 Jahren schnarchen laut Studie ganze 45 Prozent der Männer lauter als Frauen, von denen nur 35 Prozent beim Schlafen laute Geräusche machten.

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es gegen Schnarchen?

Dem gewohnheitsmäßigen Schnarchen kann sowohl mit konservativen als auch mit operativen Behandlungsmöglichkeiten begegnet werden. Zu den konservativen Lösungen zählen vor allem die Reduktion von Risikofaktoren. Hierzu gehören Übergewicht, Alkoholkonsum, die Einnahme von Schlaf- und Beruhigungsmitteln sowie das Rauchen.

Aber auch Antihistaminika sollten vermieden oder reduziert werden, da auch sie die Muskeln im erhöhten Maße entspannen und dadurch die Schnarchgeräusche verstärken.

Wer hingegen zum Schnarchen neigt, wenn er auf dem Rücken liegt, kann mit einem Tennisball große Effekte erzielen. Eingenäht in das Rückenteil des Schlafanzugs, verhindert er nun die Rückenlage, indem er ihr den Komfort entzieht. So lässt sich eine scheinbar unkontrollierbare Angewohnheit mit einem kleinen Trick überlisten.

Helfen alle genannten Methoden nicht, bietet sich möglicherweise eine Aufbissschiene (Protrusionsschiene) an. Mit deren  Hilfe wird der Unterkiefer während des Schlafens nach vorne verlagert, so dass die Atemwege vergrößert werden und das Schnarchen nachlässt.

Doch nicht alle Ursachen des gewohnheitsmäßigen Schnarchens lassen sich so einfach beheben. Führen beispielsweise anatomische Besonderheiten zum Schnarchen, sind operative Behandlungsmöglichkeiten effektiv und meist auch notwendig. So können Nasenpolypen und Gaumenmandeln entfernt werden.

Aber auch Korrekturen der Nasenscheidewand oder des Gaumensegels können erforderlich werden, wenn hierin die Ursache gesehen wird.

Die Entwicklung des Schnarchens beobachten

Wer schnarcht und merkt, dass der Partner darunter leidet, sollte den Ursachen auf den Grund gehen. Wie gesehen, sind es meist nur einfache Veränderungen der Gewohnheiten, die zu einer Reduktion des Schnarchens führen. Hilft es nicht, sollten mit einem Arzt abgeklärt werden, was als Ursache infrage kommt.

Besondere Aufmerksamkeit sollte dem Schnarchen entgegengebracht werden, wenn sich auch Symptome einer Schlafapnoe zeigen. Diese hat zur Folge, dass aufgrund der nächtlichen Atemaussetzer keine Tiefschlafphase erreicht werden kann und der Körper sich nicht über Nacht erholen kann.

Wenn dieses Leiden unbehandelt bleibt, erhöht sich vor allem das Herzinfarkt- und das Schlaganfallrisiko. Daher ist es wichtig, das Schnarchen nicht nur als lästig anzusehen, sondern vor allem die Symptome zu beobachten und den Gründen nachzugehen.